Die Macht der inneren Bilder

 

Innere Bilder – das sind all die Vorstellungen, die wir in uns tragen und die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Es sind Ideen und Visionen von dem, was wir sind, was wir erstrebenswert finden und was wir vielleicht einmal erreichen wollen. Es sind im Gehirn abgespeicherte Muster, die wir benutzen, um uns in der Welt zurechtzufinden. Wir brauchen diese Bilder, um Handlungen zu planen, Herausforderungen anzunehmen und auf Bedrohungen zu reagieren. Aufgrund dieser inneren Bilder erscheint uns etwas schön und anziehend oder hässlich und abstoßend.
Innere Bilder sind also maßgeblich dafür, wie und wofür wir unser Gehirn benutzen.
Woher kommen diese inneren Bilder? Wie werden sie von einer Generation zur nächsten übertragen? Was passiert, wenn bestimmte Bilder verloren gehen? Gibt es innere Bilder, die immer weiterleben? Benutzen nur wir oder auch andere Lebewesen innere Bilder, um sich im Leben zurechtzufinden? Gibt es eine Entwicklungsgeschichte dieser inneren Muster?

 

aus: Die Macht der inneren Bilder von Gerald Hüther

 

 

 

Psychologen und Psychiater wie der Argentinier Jorge Bucay zeigen ihren Patienten mithilfe von Geschichten auf illustrative Weise Lösungen auf. So redet Bucay in seinem Buch «Komm, ich erzähl dir eine Geschichte» nicht lange auf seinen fiktiven Patienten Demian ein, als dieser sich über abnehmende Leistungsfähigkeit beklagt, sondern erzählt ihm kurzerhand eine Geschichte:

 

Ein Holzhacker, der am ersten Tag achtzehn Bäume fällt, bringt es am zweiten Tag nur noch auf fünfzehn Bäume und dann auf immer weniger, bis er am sechsten Tag nicht einmal mehr zwei ganze Bäume schafft.
Auf die Frage, wann er die Axt zum letzten Mal geschliffen habe, antwortet er erschöpft, zum Schleifen habe er absolut keine Zeit, er sei zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.

 

Ob als hilfreicher Lösungsansatz oder unterhaltsame Anekdote, die Erzählung macht Lust auf mehr.

„Aschenputtel ist die perfekte Networkerin“ Ein Vorbild für kluges Verhalten ist Aschenputtel: Von Stiefmutter und Stiefschwestern unsäglich gemobbt, lebt sie erst nachdem Motto „halte durch“, danach nutzt sie geschickt ihr soziales Netzwerk: Die Tauben für das Linsen-Assessment und den Haselbaum der verstorbenen Mutter für bezaubernde Ballkleider. Vom Prinzen lässt sie sich nicht spontan heiraten, sonder sie prüft ihn bei dem Ballbesuch drei Mal, bevor sie seinen Schuhtest besteht. Sie beherrscht zwischenmenschliche Beziehungen und zeigt viel Sozialkapital, das heißt sie verfügt über ein stabiles Beziehungsnetz, das mit gegenseitigem Kennen und Anerkennen verbunden ist. Schließlich zeigt sie ein hohes Entwicklungspotential. Für eine Personalweiterbildung eignet sich diese Geschichte hervorragend. :-) Aus einem Intervieuw mit Rolf Wunderer