Der Adler

 

Ein Mann fand in den Bergen einen jungen

Adler, nahm ihn mit nach Hause, setzte ihn zu

den Hühnern in den Stall und gab ihm Hühnerfutter.

Fünf Jahre später kam ein Biologe

zu Besuch und sagte: „Das ist ein Adler, kein

Huhn.“ „Ja“, sagte der Mann, „aber er ist bei

den Hühnern aufgewachsen. Er ist nun ein

Huhn.“ „Ein Adler bleibt ein Adler“ entgegnete

der Biologe, nahm den Adler auf den Arm und

sagte: „Breite deine Flügel aus und fliege!“

Aber der Adler sprang herunter und begann

Körner zu picken. Der Mann sagte: „Siehst du,

er ist ein Huhn geworden.“ „Er ist ein Adler

und ich werde es dir beweisen.“ Der Biologe

nahm den Adler mit auf das Dach seines Hauses

und sagte: „Du bist ein Adler. Fliege!“ Aber

wieder sprang der Adler auf den Boden. Da

ging er mit ihm auf einen hohen Berg, hob ihn

hoch und sagte: „Du hast das Herz eines Adlers.

Du bist ein Adler. Du bist frei. Flieg!“ Da

breitete der Adler seine Flügel aus, flog hoch in die Luft und kam nie mehr zurück.

 

               

THEMA:  Wer bist du wirklich? Kannman seine wahre Natur verleugnen? Erkennst du bei anderen, was wirklich in ihnen steckt?

 

Offene Fragen:

·        Findest du es richtig, dass der Mann den Adler mit nach Hause genommen hat?

·        Hättest du den Adler auch in den Hühnerstall gesetzt oder hast du eine andere Idee?

·        Warum fliegt der Adler nicht sofort los als er freigelassen wird?

·        Warum ist sich der Biologe so sicher, dass der Adler fliegen wird?

·        Kannst du eine Situation nennen, in der ein Mensch am falschen Platz ist?

Wie benimmt er sich dort? Versucht er, aus der Situation herauszukommen? Gibt es Hilfe von außen?

·        Wirst du auch manchmal unterschätzt? Wie fühlst du dich dann?

·        Wie erkennt ein Mensch, dass er am richtigen Ort ist?

·        Welche Bedingungen braucht ein Mensch, um sein volles Potential zu entfalten?

·        Wie wichtig ist Hilfe und Unterstützung für ein Vorhaben?

·        Wie weiß ich, was meine wahre Natur ist?

·        Gefällt dir diese Geschichte? Warum nein, warum ja?

 

 

 

Praktische Übungen:

K:  Gipsmasken

Verbandrollen mit Gips in Streifen schneiden, kurz in Wasser eintauchen und dann auf das eingefettete Gesicht des Partners legen. Achtung: Nase und Mund freilassen! Wenn die Maske getrocknet ist, kann sie mit Federn, Farben etc. verziert werden.

Das Gespräch über Masken, Rollen und die Frage „Wer bin ich wirklich“ kann dabei in leichter und spielerischer Art geführt werden und gegebenenfalls in einer Gesprächsrunde intensiver fortgeführt werden.

                  

 

 

N:  Mandala aus Federn

Sammelt Federn von Hühnern und Vögeln ( Adler?:-) und gestaltet damit ein Mandala.  Vergleicht sie dabei – was sind die Unterschiede, was sind Gemeinsamkeiten?

                  

 

E:  Wahrnehmungsübung

·       Lege ein Ei auf den Tisch, daneben eine Feder. Welche Bilder und Ideen hast du jetzt?

·       Nimm die Feder weg und lege an die Stelle einen Löffel. Was hat sich verändert?

·       Lege nun auf den Platz des Löffels einen Hammer. Was geschieht nun?

 

 

                IST DAS EI IMMER GLEICH?